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Was steuert „ur-alt“-Athen zu aktuellen, virtuellen Lernwelten bei?

- Lern- und Reiseerfahrungen aus einer dortigen Kurswoche –

BLUE-ATH_Richter7.jpgMein Interesse für diesen Kurs entsprang der Möglichkeit, die Praxisanwendung von Blended Learning zu erleben, als auch der spannenden Frage „wie integriere ich Kultur/Artwork“ in meine Lehrwelt. Welche Stadt bietet zu letzterer Frage mehr Glaubwürdigkeit, mit all ihren kunsthistorischen Schätzen, als Athen. Diese Erfahrung habe ich in einer sehr gastfreundlich, relaxten und wertschätzenden Lern- und Stadtumgebung machen dürfen. Inklusive neuer Einblicke in die Auswirkungen der ökonomischen Situation Griechenlands auf das „daily life“ und in die moderne, teils trockene und technische Welt des Blended Learnings.

BLUE-ATH_Richter6.jpgDas Aufsetzen, Individualisieren als dann auch Anwenden moderner Lernplattformen wie Moodle oder Mahara machte Freude als auch Ärger, je nach Vorerfahrung der Teilnehmer. Lerninhalte hier auf eine „Konserve“ auszulagern erfordert anfänglich viel Aufwand.

BLUE-ATH_Richter1.jpgDeshalb sollten e-Lernkonzepte dann möglichst oft und für Routinen eingesetzt werden. Die Zeitersparnis dann später gelingt, je nach Teilnehmerkreis, nicht immer; führte bei zu heterogenem Vorwissen dann eher zu Irritationen und geduldig zu steuernden Gruppendynamiken. So auch beim Kurs in Athen in der eigenen Gruppe erlebt.

BLUE-ATH_Richter5.jpgWelch Entspannung und Inspiration bot daraufhin die von der bvv-Leitung und Dozenten dann feinfühlig integrierten Erlebnis- und Genußwelten einer Weltstadt wie Athen. Bei täglichen Gruppenunternehmungen kamen wir dann auch mit der aktuellen ökonomischen/sozialen Realität Griechenlands in Kontakt. Mehrfachjobs, leerstehende große shopping-malls und kleinere Geschäfte auf der einen Seite, buntes, quirliges Leben jedoch in der Altstadt und den Touristengegenden.

BLUE-ATH_Richter4.jpgGenau dort boten uns schwerpunktmäßig empfohlene Museen und mit Stadtrundfahren erschlossene Stadtteile direkten Einblick. Mit all unseren Sinnen stürzten wir uns auf Kunst- und Bauwerke und erlebten diese dann meist in mit ihrer 3-dimensionalen Wirkung. Letzteres als Ergänzung zum für viele KollegInnen spannenderen Teil unseres Kurses: dem Einbeziehen von „artwork“ in z.B. Lehrmaterial und Präsentationen. BLUE-ATH_Richter2.jpgHier lernten wir zu Kursthemen/ -inhalte die kritischen Fragen/Einstellungen der Teilnehmer zu antizipieren. Adressiert und diskussions-anregend helfen erstere dann mit ausgewählten Fotos von Gemälden, Skulpturen als auch mit Kurzfilmen dann z.B. Stereotype aufzuwerfen, zu diskutieren und am Ende dann oft auch in alternative Richtungen zu lenken.

Matthias Richter

Athen – die zeitlose Eleganz der sokratischen Methode

Inmitten von Athen, der Geburtsstätte der Demokratie, der sokratischen Methode und der schönen Künste, liegt die Non-Profit Organisation Hellenic Adult Education Association (H.A.E.A.). Der erfahrene griechische Bildungspartner im Projekt BLUE entwickelte zusammen mit dem bvv das BLUE-Training: „Designing the implementation of a training course in a blended format“.

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Darin erfuhren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie sie selbst einen Kurs im Blended-Learning-Format mit kreativen Inhalten entwerfen können. Besonderheit des Trainings war die sehr gelungene Verknüpfung zwischen künstlerischem und digitalem Inhalt. Das charmante Trainer-Duo Dimitrios und Dimitra gaben umfassenden Einblick, wie kreative Kursinhalte in die Kursplanung miteinbezogen werden können und wie man gezielt die Technik dafür nutzen kann.

BLUE-Athen-Mrz18_Graab (16).jpgAll das passierte vor der kulturell beeindruckenden Kulisse von Athen. Inmitten der Geburtsstätte der Demokratie, der sokratischen Methode und der schönen Künste hat die Gruppe viel Neues gelernt und konnte sich begeistern lassen vom intellektuellen und kreativen Ansatz der Griechen bei der Planung eines innovativen Kurses.

BLUE-Athen-Mrz18_Graab (19).jpgVon besonderem Zauber war die griechische Gastfreundschaft. An einem lauen Sommerabend luden die Trainer Dimitrios und Dimitra uns BLUE´ler ein, mit Ihnen zusammen die mediterrane Esskultur zu feiern. Dieses griechische Juwel lag, ganz typisch für die Stadt Athen, versteckt vor den Augen der Touristen in einem pink blühenden Hinterhof. Jeden Tag nach dem Unterricht sowie am Wochenende davor, nutzte die Gruppe, um sich der spannenden kulturellen Geschichte der Stadt anzunähern.

BLUE-Athen-Mrz18_Graab (13).jpgÄhnlich geschickt durch die Hintertür erschlossen sich auch die methodischen Tipps und Tricks unserer Trainer wie selbstverständlich ganz nebenbei. Die griechische Art zu unterrichten und dabei die Schüler selbst zum Denken zu motivieren, ohne ihnen die Inhalte vorzukauen, hat zum nachhaltigen Lernerfolg beigetragen und uns alle sehr bereichert.

BLUE-Athen-Mrz18_Graab (31).jpgJede freie Minute nach dem Unterricht, nutzte die Gruppe dazu, sich der spannenden kulturellen Geschichte der Stadt anzunähern. Wir besuchten den Hafen von Piräus, kletterten rauf zur Akropolis, sahen das Parthenon, flanierten durch die Plaka, einen der ältesten Stadtteile Athens, bewunderten das architektonisch beeindruckende Akropolis Museum, bestaunten die ungewöhnlichen Ausstellungsräume und Exponate der 14. Ausgabe der documenta und vieles mehr.

BLUE-Athen-Mrz18_Graab (23).jpgHerzlichen Dank an Erasmus+ für diese tolle Möglichkeit unsere europäischen Nachbarn auf diesem Wege kennenzulernen.

Claudia Graab

Mein Blue Training in Athen im März 2018

Das Blue Training in Athen vom 12. März bis zum 16. März 2018 handelte von dem Thema, wie Kunst beim E-Learning eingesetzt werden kann.

BLUE-ATH18_Tang1.jpgEs wurde zuerst eine Konzeptionsstrategie für die konventionellen Kurse vermittelt. Man sollte dabei das Thema, die Dauer und das Ziel sowie Methode des Kurses festlegen. Mit dem Einsatz von Kunstwerken, z.B. von Bildern, sollten die Kursteilnehmer zum kritischen Denken über sich und über die Gesellschaft angeregt werden und zur Teilnehme und Mitmachen im Kurs motiviert werden.

BLUE-ATH18_Tang2.jpgDabei wurde es als wichtig erachtet, die Kursteilnehmer zu kennen bzw. die Stereotype der Kursteilnehmer zu identifizieren. Denn nur, wenn man wisse, wie die Teilnehmer denken und lernen, könnten passende Kunstwerke ausgesucht und eingesetzt werden, um teilnehmer- und zielorientierte kritische Fragen zu stellen und damit Kursteilnehmer besser anzusprechen.

BLUE-ATH18_Tang3.jpgDiese Strategie wurde in zwei Gruppenarbeiten geübt: In einer Gruppenarbeit wurde ein Kurs über Gesundes Essen konzipiert, während in einer anderen Gruppenarbeit fünf Stereotype von Kursteilnehmern festgelegt und entsprechende Kunstwerke ausgesucht wurden, um kritische Fragen zum Nachdenken zu formulieren.

BLUE-ATH18_Tang4.jpgNach diesem pädagogischen Konzept ging es darum, einen konventionell konzipierten Kurs in eine online-gestützte E-Learning-Variante zu transferieren. Notwendig war es, verschiedene Plattformen und Tools für das E-Learning kennenzulernen und anzuwenden. Es wurde Schritt für Schritt erklärt und geübt, wie ein Kurs in Moodle eingerichtet werden kann, wie sich ein Benutzer dort anmelden kann und wie die Dokumente und die Bilder dort hochgeladen werden können.

Auch wurde gezeigt und geübt, wie in „GoogleDocs“ eigene Dokumente erstellt werden können, wie mit dem Programm „Padlet“ Bilder aus dem Internet heruntergeladen und bearbeitet werden können und wie diese Bilder im Nachgang dann in Moodle wieder hochgeladen werden können. Besprochen wurden die Vorteile und Nachteile von E-Learning.

BLUE-ATH18_Tang5.jpgDas Training war sehr bereichernd. Zum einen habe ich gelernt, mit Moodle und einigen Tools für E-Learning umzugehen. Zum anderen war es eine gute Anregung, dass Kunst bei der Motivation der Kursteilnehmer eine große Rolle spielen kann. Die Erkenntnisse, die ich aus dem Training ziehe, werden für meine Kursarbeit von großer Hilfe sein. Auch in der Freizeit nach dem Training blieb Kunst allgegenwärtig. In den vielen Museen wie dem Akropolis-Museum und dem Archäologischen Nationalmuseum konnte man die Schönheit, Schlichtheit und Erhabenheit der antiken Kunst bewundern, in der Mythen und Realität miteinander verschmelzen. (Bild 5) Auch die griechische Geschichte und Kultur konnte man im Benaki-Museum erleben. Die Gespräche mit den freundlichen und offenen Menschen in der Stadt rundete das Athen-Bild ab. Vor allem dank der Gastfreundschaft und Professionalität von Frau Dimitra Andritsakou und Herr Dimitrios Patronas, unseren Trainern, ist der lehrreiche Aufenthalt rundum gelungen. (Bild 3) Ohne den großen Einsatz und die umsichtige Koordination von Claudia wäre das Austauschprogramm nicht möglich gewesen. Ihr gilt unser herzlicher Dank!

Wenping Tang

I got the BLUE(s)